Hintergrund

Am 17./18. Jänner beschäftigte sich die Süddeutsche Zeitung in einem lesenswerten Artikel  namens Höhenrausch (Autor: Titus Arnu) mit dem alpinen Wintertourismus und meint damit die vor allem unter Touristikern vorherrschende Irrmeinung, dass es tatsächlich immer noch mehr geben muss.

Mehr Kilometer, mehr Kanonen, mehr Förderleistung.

„Die größten Wintersportorte der Alpen liefern sich, frei von solchen Zweifeln, ein rücksichtsloses Rekordrennen um Besucher.“

Und weiter:

„Um solche Projekte durchzubringen, werden Naturschutz-Verordnungen skrupellos zurechtgebogen.
Wie das geht, zeigt das Beispiel der Kalkkögel bei Innsbruck: Die markante Bergkette ist als Schutzgebiet ausgewiesen, dennoch gibt es schon Pläne für eine vier Kilometer lange Gondelbahn, die die Skigebiete Schlick2000 und Axamer Lizum verbinden soll.
Die Rahmenkategorie „Schutzgebiet“ wird von der Politik so lange aufgeweicht, bis gegen das Bauvorhaben nichts mehr zu machen ist.
Moralisch ist allerdings etwas einzuwenden:
Österreich hat sich in der Alpenkonvention nämlich verpflichtet, bestehende Schutzgebiete zu erhalten.“

SZ-Artikel Höhenrausch, Titus Arnu, SZ vom 17.01.2015, © Süddeutsche Zeitung GmbH, München. Mit freundlicher Genehmigung von http://www.sz-content.de (Süddeutsche Zeitung Content).

© Süddeutsche Zeitung GmbH, München. Mit freundlicher Genehmigung von http://www.sz-content.de (Süddeutsche Zeitung Content).


Der Tiroler Wintertourismus steckt in der Krise?

Die deutsche ‚Zeit‘ berichtet in ihrer Online-Ausgabe von Problemen schweizerischer Skiorte: der fehlende Schnee, die sinkende Zahl der Hotelübernachtungen, der sinkende Anteil des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt, der hohe Anteil ausländischer Arbeiter im Hotel- und Gastgewerbe.

Und die Lösung der Touristiker in der Schweiz? „Einspringen soll nun der Staat“, berichtet die Zeit, denn „es geht ums Ganze“.

Wem das alles reichlich bekannt vorkommt, findet hier den Artikel „Tourismus? Nein danke!“ auf Zeit-Online.


Alpen abgezockt – ein Film des SWR

Ein Film des deutschen SWR (Südwestdeuscher Rundfunk) über den Wintertourismus in Garmisch-Partenkirchen

Der SWR beleuchtet in diesem knapp 45 Minuten langen Film aus der „betrifft“-Serie den Wintertourismus im deutschen Garmisch-Partenkirchen, ein Skigebiet, das mit knapp 60 Kilometer Skipiste sogar noch etwas kleiner ist, wie das im/über/rundherum geplante Ski-Innsbruck-Stubai oder nach eigener Aussage einfach: Der Brückenschlag.

Wenig überraschend kommt man hier in der Reportage (neben ökologischen Bedenken) zu der Erkenntnis:

„Die meisten Saisonkräfte im Hotel- und Gaststättengewerbe arbeiten zum Billiglohn – von wegen Goldgrube Tourismus.“

und geht sogar noch einen Schritt weiter:

„Fast 20 Prozent aller Haushalte in Garmisch leben von weniger als 1.100 Euro im Monat.“

Ob und inwieweit das mit den 1,3 Millionen Übernachtungen oder den rund 5 Millionen Tagesgästen zusammenhängt – seht ihr hier in dem Film Alpen abgezockt des SWR.